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1. Weltweit gibt es 138 Gebärdensprachen

DGS ist die Abkürzung für die Deutsche Gebärdensprache. Von den weltweit 138 Gebärdensprachen wird eine Vielzahl an Dialekten unterschieden. 2002 wurde DGS als offizielle Sprache anerkannt.

2. Kommunikationsmittel der Gebärdensprache

Der Kopf, die Hände und die Körperhaltung sind Sprachwerkzeuge in der Gebärdensprache.
Bei dem Kopf unterscheidet man: Blickrichtung, Mimik, Augenausdruck, Mundbild und Mundgestik. Die Hände werden durch Handform, Handstellung, Ausführungsstelle sowie die Bewegung unterschieden. Mit Körperhaltung ist der Einsatz von Schultern und Oberkörper gemeint.

3. Ursachen für Hörbehinderung

Nur bei 15 % der gehörlosen Menschen ist die Hörbehinderung angeboren. Andere Ursachen für die Hörbehinderung können, Schäden vor oder nach der Geburt sein. Auch Unfälle, Lärm und Stress können das Hörvermögen beeinträchtigen.

4. Verschiedene Formen der Hörbehinderung

Es wird unterschieden zwischen gehörlosen Menschen, deren Hörvermögen stark beeinträchtigt ist. Schwerhörige Menschen, die ein eingeschränktes Hörvermögen haben. Und den CI-Trägern, die ein Cochlea-Implantat oder Hörprothese tragen. Menschen, die gehörlos und blind sind werden als taubblind bezeichnet.
Wichtig ist es die richtigen Bezeichnungen zu verwenden. Schwerhörige oder gehörlose Menschen bzw. CI-Träger sind „hörbehindert“.

5. Kulturprogramm der Gehörlosengemeinschaft

Die meisten Städte und Gemeinden bieten ein breites Kulturprogramm bzw. Sportveranstaltungen für gehörlose oder schwerhörige Menschen an.

Zum Beispiel: Deutsches Gehörlosentheater, Deaf Slam und Deaf Poesie, Summer & Winter Deaflympics, EM und WM für Gehörlose usw.

6. Gleichgewichtssinn wird anders gesteuert

Im Innenohr ist der Sitz des Gleichgewichtsorgrans „Vestibulum oder Labyrinth“. Bei gehörlosen Menschen wird eine Einschränkung des Gleichgewichtssinns mithilfe des Sehsinns reguliert.

Zum Beispiel: Einer hörenden und einer gehörlosen Person werden die Augen verbunden mit der Aufgabe 20 Meter geradeaus zu gehen. Die gehörlose Person wird schneller nach links oder rechts schwanken, während die hörende Person noch immer geradeaus geht

7. Ausgeprägte visuelle Wahrnehmung

Mit fehlendem Gehörsinn wird der Sehsinn viel besser trainiert. Die Verwendung der Gebärdensprache fördert dies, da die verschiedenen Sprachwerkzeuge (siehe 2.) gleichzeitig wahrgenommen werden müssen.

8. Differenzierter Humor

Redewendungen existieren nicht bei der Gehörlosen Community. Es gibt jedoch idiomatische Gebärden, die sich nur sehr schwer in die Lautsprache übersetzen lassen.

Zum Beispiel: „Mir läuft das Wasser im Mund zusammen“, Hörende verwenden diese Redewendung ausschließlich dafür wenn ein Gericht lecker aussieht. Gehörlose verwenden es auch im Zusammenhang mit Essen, gebärden es aber auch wenn eine Person auf einmal ganz erfolgreich ist. In der Art „Wow, das hat die Person geschafft! Mir läuft das Wasser im Mund zusammen.“ Idiomatische Gebärden sind Kultursache und für Hörende nur schwer nachzuvollziehen.

9. Nackte Wahrheit

Während hörende Menschen oft offensichtliche Tatsachen „schön“ verpacken oder auch lügen, sind Gehörlose ehrlich. Sie sagen das was sie denken und sind offen und direkt. Keine falschen Spielchen!

10. Umgang mit gehörlosen Menschen

Um die Aufmerksamkeit zu bekommen, kann dem Gehörlosen auf die Schulter oder auf den Arm getippt werden. Zur Begrüßung, stelle Dich vor den Gehörlosen und winke. Es bringt nichts in den Raum zu rufen!
Dialekte sind suboptimal, da dadurch nur schwer von den Lippen abgelesen werden kann.

Die Kommunikation wird durch langsames und deutliches Sprechen auf Hochdeutsch erheblich erleichtert!