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Menschen mit Hörbehinderung gibt es seit dem es Menschen gibt. Die ersten Anfänge der Gehörlosenbildung wurden im 16. Jahrhundert in Europa verzeichnet. Doch wie und wann konnte sich die Gehörlosen-Community durchsetzen?

Im Folgenden werden alle wichtigen Meilensteine kurz skizziert:

1770

Eröffnung der ersten Schule für Gehörlose mit Gebärdensprachunterricht in Frankreich.

1778

Die erste deutsche Schule für Gehörlose in Leipzig unterrichtet Schüler nach der „Deutschen Methode“. Gehörlose mussten in Lautsprache kommunizieren, und wurden forciert sich damit in der hörenden Welt anzupassen.

1821

Freiherr Hugo von Schütz war der erste gehörlose Direktor einer Gehörlosenschule. Er unterrichtete die Schüler in Gebärdensprache, bis der Lautsprachenunterricht wieder in den Vordergrund trat.

1848

Die Gehörlosengemeinschaft in Deutschland organisiert sich: Gehörlose gründeten in Berlin den ersten Gehörlosenverein „Taubstummenverein Berlin“.

1864

In Washington wird die erste Universität für Gehörlose gegründet. Zur gleichen Zeit verbreitet sich in Europa eine negative Auffassung von Gehörlosigkeit. Gehörlose Menschen und Gebärdensprache werden als primitiv und minderwertig abgestempelt.

1880

Rückschritt für die Gebärdensprache in Europa: Beim Mailänder Kongresses der Hörgeschädigten-Pädagogen wird beschlossen, dass die Gebärdensprache in den Schulen nicht verwendet werden darf.

1934

Verabschiedung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ durch die Nationalsozialisten: 15.000 Gehörlose wurden zwangssterilisiert.
In den 1960er Jahren formierte sich die Behindertenbewegung und setzte sich für die gesellschaftliche, kulturelle und politische Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ein

1987

Die Universität in Hamburg als Zentrum für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation gehörloser Menschen.

1988

Einstimmiger Beschluss: Anerkennung der nationalen Gebärdensprachen des Europäischen Parlaments.

2001

Erstmals wichtige Regelungen zur Gebärdensprache in drei Sozialgesetzbüchern (SGB I, IX und X).

2002

Gesetzliche Anerkennung der DGS als offizielle Sprache im Behindertengleichstellungsgesetz.

2006

Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention.

2010

Offizielle Entschuldigung für den Beschluss des Mailänder Kongresses und dessen Aufhebung auf der internationalen Konferenz zur Bildung und Erziehung (ICED) in Vancouver.

Es ist kaum vorstellbar, welche Hürden und Herausforderungen die damalige Gehörlosen-Community stemmen musste. Heutzutage ist zum Glück ein kultureller Wechsel in den Köpfen der Gesellschaft zu erkennen, damit geht die Förderung der Barrierefreiheit einher. Dennoch sind wir noch lange nicht auf der Zielgeraden schwerhörigen und gehörlosen Menschen ein Leben ohne Barrieren zu ermöglichen.

VerbaVoice arbeitet mit Leidenschaft daran, dass Menschen mit Hörbehinderung ihre Ziele erreichen und in einer barrierefreien Welt ihre Persönlichkeit frei entfalten können. Inklusion wird Schritt für Schritt immer mehr zu Realität!