1. Ein VerbaVoice Gesicht aus England. Mit wem haben wir es heute zu tun?

Martin Knopf, 49, ursprünglich aus Berlin aber seit 2006 in England, verheiratet, zwei Kinder.

2. Du bist Schriftdolmetscher bei VerbaVoice. Was sind Deine Aufgaben? Wie gestaltet sich die Arbeit aus der Ferne?

Übers Internet bekomme ich deutschen oder englischen Text in meine Ohren, den ich dann sofort in eine Spracherkennungssoftware sprechen und zusätzlich mit Satzzeichen und anderen Informationen versehen muß, damit die hörgeschädigte Person dann als Ergebnis einen gut strukturierten Text des gerade Gesagten auf dem Bildschirm mitlesen kann.

martin

3. Mit Herz und Seele bei der Arbeit – so soll es sein und bleiben! Was gefällt Dir an Deiner Arbeit am besten?

…, dass ich Tennisspieler sein kann. Tänzelnd stehe ich an der Grundlinie und erwarte den Aufschlag des Gegners. Jeden Ball muss ich zurück kriegen, Es ist der Sprecher, der mir die Bälle um die Ohren haut und dessen Text ich zu dolmetschen habe. Dem Gehörlosen Kunden, der mitliest, ein tadelloses Match zu bieten, das gefällt mir, denn man bleibt immer in Bewegung.

4. Inklusion wird bei VerbaVoice groß geschrieben. Wie gestaltet sich die Kommunikation als blinder Schriftdolmetscher mit den Kollegen?

Gäbe es keinen Computer, ginge das alles ja überhaupt nicht. Der geniale, blinde Franzose Louis Braille, gut und schön, denn seine Blindenschrift gibt es jetzt schon seit fast 200 Jahren. Aber der Computer - er macht für alle so viel möglich, und eben auch für Blinde. Endlich nutzen Sehende und Blinde nämlich die gleichen Werkzeuge, um zu arbeiten und zu kommunizieren, denn Dank einer Spezialsoftware kann der Computer sprechen, und ein angeschlossenes Zusatzgerät, die Braillezeile, gibt die Punkte der Brailleschrift aus, die man mit den fingern lesen kann.

5. Zum Abschluss gehört das Wort Dir – was möchtest Du den Lesern mitgeben?

“Panta Rhei” - “Alles fließt” (Heraklit)